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PowerApps: Alte Anwendungen modernisieren

Webanwendungen: Klein, aber unverzichtbar – und oft veraltet

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In vielen Unternehmen gibt es sie: die kleinen, eigens entwickelten Webanwendungen, die spezifische Prozesse effizienter gestalten und dort einspringen, wo Standard-Softwarelösungen wie ERP-Systeme an ihre Grenzen stoßen. Diese Applikationen wurden oft geschaffen, um spezielle Anforderungen abzudecken, die von den großen, oft komplexen Systemen nicht bedient werden können. Beispiele dafür gibt es viele: Ob es um die Genehmigung von Bestellungen, die Freigabe von speziellen Custom-Aufträgen oder die Verwaltung und Buchung von Kundenräumen geht – diese Anwendungen sind oft unverzichtbare Helfer im Arbeitsalltag.

Doch was einst eine clevere Lösung war, entwickelt sich heute zunehmend zu einem Problem. Viele dieser Webanwendungen wurden vor Jahren mit veralteter Technik und unter spezifischen Umständen gebaut. Seitdem hat sich in der Softwareentwicklung und IT-Infrastruktur viel verändert. Diese älteren Anwendungen stoßen häufig an technische und funktionale Grenzen. Sie sind wartungsintensiv, lassen sich schwer an neue Anforderungen anpassen oder integrieren sich nur umständlich in moderne Systeme.

Die Herausforderungen veralteter Webapplikationen

Die Wartung und der Betrieb solcher Anwendungen stellen oft große Herausforderungen dar. Es gibt viele Gründe dafür:

  1. Technische Veraltung: Viele dieser Applikationen basieren auf Technologien, die inzwischen nicht mehr gängig sind. Frameworks, Bibliotheken und Programmiersprachen, die vor Jahren populär waren, haben sich entweder weiterentwickelt oder sind inzwischen veraltet. Dies macht es schwer, die Anwendungen auf dem neuesten Stand zu halten oder Sicherheitslücken zu schließen.
  2. Fehlende Zuständigkeit: Oft wurden diese Anwendungen von internen Entwicklern oder externen Dienstleistern erstellt, die heute nicht mehr verfügbar sind. Der Entwickler hat möglicherweise das Unternehmen verlassen oder ist für andere Aufgaben verantwortlich, während der Dienstleister keine Updates mehr anbietet.
  3. Inflexibilität: Die alten Anwendungen lassen sich nur schwer auf neue Anforderungen anpassen, sei es aufgrund technischer Einschränkungen oder weil das Know-how über die ursprüngliche Architektur verloren gegangen ist. Diese Anwendungen werden zunehmend zu einem Hemmschuh für die Digitalisierung und Modernisierung der Prozesse im Unternehmen.

Die Lösung: Moderne Plattformen wie Microsoft PowerApps

Ein Ausweg aus dieser Situation bietet der Einsatz moderner Low-Code-Plattformen wie Microsoft PowerApps. Diese Plattformen ermöglichen es Unternehmen, ihre alten Anwendungen zu ersetzen oder zu modernisieren, ohne dabei tiefgreifende Programmierkenntnisse zu benötigen. Ein großer Vorteil von PowerApps ist die langfristige Wartung und Pflege durch Microsoft. Updates, Sicherheitsverbesserungen und Integrationen in die Microsoft-365-Welt sind sichergestellt, was die technischen Risiken deutlich minimiert.

Microsoft PowerApps bietet auch eine hohe Flexibilität, um bestehende Prozesse effizienter abzubilden und neue Anwendungen schneller zu entwickeln. Dabei können administrative Prozesse oder einfachere Workflows, die keine extremen Performanceanforderungen stellen, problemlos umgesetzt werden.

Der iCore.UseCaseBuilder: Schnelle und präzise Transformation

Aufbauend auf der Erfahrung aus zahlreichen Kundenprojekten haben wir unsere Methodik weiterentwickelt. Mit dem iCore.UseCaseBuilder bieten wir eine effiziente und strukturierte Methode, um Anwendungen in moderne Lösungen – wie PowerApps – zu transformieren. Unsere Methodik unterstützt Unternehmen dabei, den Überblick über ihre bestehenden Anwendungen zu behalten, sinnvolle Kandidaten für eine Modernisierung auszuwählen und die Transformation gezielt und zügig umzusetzen.

Die Methodik sorgt dafür, dass nicht einfach nur alte Lösungen in eine neue Plattform migriert werden, sondern dass eine saubere, zukunftsfähige Lösung entsteht. Dabei berücksichtigen wir sowohl die funktionalen Anforderungen der Anwender als auch die technischen und strategischen Vorgaben der IT-Abteilung.

Vorsicht bei High-Performance-Anwendungen

Allerdings ist es wichtig, nicht jede alte Anwendung unreflektiert auf eine Low-Code-Plattform wie PowerApps zu übertragen. High-Performance-Anwendungen, die eine besonders hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit oder komplexe Funktionen benötigen, sind oft besser in spezialisierten Umgebungen oder mit dafür geeigneten Tools aufgehoben. Hier sollte die Entscheidung für oder gegen PowerApps genau geprüft werden, um sicherzustellen, dass die Nutzer eine optimale Customer Experience erleben und Prozesse reibungslos automatisiert werden können.

Viele administrative oder standardisierte Prozesse hingegen, wie beispielsweise Freigabeprozesse, Formularanwendungen oder einfache Datenbankanbindungen, eignen sich hervorragend für eine Umsetzung mit PowerApps. Hier spielt die Plattform ihre Stärken in Sachen Flexibilität, schneller Entwicklung und nahtloser Integration voll aus.

Fazit: Effiziente Transformation mit der richtigen Methodik

Unternehmen, die vor der Herausforderung stehen, veraltete Webapplikationen zu modernisieren oder zu ersetzen, sollten ihre Optionen sorgfältig prüfen. Microsoft PowerApps bietet in vielen Fällen eine hervorragende Lösung, insbesondere für einfache, administrative Prozesse. Durch den Einsatz unserer iCore.UseCaseBuilder-Methodik gelingt die Transformation dieser Anwendungen präzise und effizient, ohne dabei die langfristige Wartbarkeit und Weiterentwicklung aus den Augen zu verlieren.

Es gilt jedoch, stets den spezifischen Anwendungsfall zu betrachten. Für komplexe High-Performance-Lösungen sind andere Technologien möglicherweise besser geeignet. Dennoch: Mit einem klaren Blick auf die Anforderungen und einer strukturierten Herangehensweise kann die Modernisierung auch großer Anwendungslandschaften erfolgreich und zukunftssicher gestaltet werden.